Hammer Hammer Hü…

Moin zusammen,

nachdem es nun schon Februar ist, wird es endlich Zeit für den ersten Blogbeitrag in 2018 und welches Thema bietet sich besser an, als das Thema was mich die letzten Wochen davon abgehalten hat einen Blogbeitrag zu schreiben… Wie ihr schon in der Überschrift lesen könnt, geht es um „Hammer Hü“ was das ist und was das mit meinem Kanal und mir zu tun hat, möchte ich euch in diesem Beitrag erklären.

„Hammer Hü“ ist eine Tradition hier auf dem Hamburger Land und hat mich dazu motiviert ein riesen Projekt zu starten und durchzuziehen!

Aber erstmal möchte ich euch kurz etwas zu Hammer Hü erzählen. In der Woche nach Rosenmontag sind bei uns hier auf dem Hamburger Land die Kinder los… Alles beginnt am Faschingsdienstag und geht über Aschermittwoch und den Donnerstag, bis dann alle Teile der Vier- und Marschlande unterwegs waren. Soweit ich weiß kommt die Tradition aus einem eigentlich traurigen Hintergrund heraus, und zwar sind früher die Kinder der Bauern nach dem Winter durch die Straßen geschickt worden, um zu betteln und Essen einzusammeln, weil die Vorräte aufgebraucht waren und die Felder noch keine neuen Früchte hervor gebracht haben.

Heutzutage laufen die Kinder mit Holzlöffeln oder eben Holzhammer durch die Straßen und singen folgenden Reim:

Hammer, Hammer, hü,
giff mi ‘n lüttje Klü!
Lot mi nich so lange stahn,
denn ick mutt noch wieder gahn!
Een Huus wieder
wohnt de Snieder,
een Huus achter
wohnt de Slachter,
een Huus in de Mitt
wohnt de (dicke) Smitt.

um Süßigkeiten zu sammeln. Weil ich die Traditionen hier unterstützen möchte und mir der Anstoß dadurch kam, dass mir eine Arbeitskollegin erzählt hat, dass ihr Sohn auch mitläuft und sie ihm ein Holzlöffel mitgibt weil sie kein Holzhammer haben, kam mir die Idee doch „einfach“ Holzhammer zu bauen. Diese Idee habe ich dann in einer regionalen Facebookgruppe gepostet und die Resonanz war überwältigend, mein Handy bingte und vibrierte quasi 3 Tage durchgehend… Ich hatte innerhalb dieser 3 Tage über 100 Anfragen!!!

Ihr werdet es euch denken können… denn somit war ein riesen Projekt geboren und ich habe mir vorgenommen 100!!! Hammer zu bauen und diese pro Kind individuell zu verzieren.

Das Projekt war geboren und somit bin ich in die Planung eingestiegen… Ich wollte Hammer bauen, die zum einen natürlich für Kinderhände passen und somit nicht zu groß sind und zum anderen natürlich auch nicht zu schwer.
Die ersten Tests habe ich mit Buchenholz gemacht, hier habe ich aber schnell gemerkt, dass es zwar super stabil ist, aber zum einen viel zu schwer ist und zum anderen war mein erster Entwurf viel zu groß… Ein fertiger Hammer aus Buchenholz wiegt ca. 600 Gramm und dies ist für Kiddies die den Hammer den ganzen Tag mit sich rumtragen sollen einfach zu schwer. Also ging das Probieren weiter und ich entschied mich „einfaches“ Kiefernholz zu nehmen und die Hammer deutlich kleiner zu bauen.

Wichtige Punkte für die Hammer:

  • Gewicht
  • Stabilität
  • Form
  • SICHERHEIT!

Die ersten beiden Punkte hatte ich schnell raus, aber die Form war ein wenig aufwendiger weil ich einfach wollte, dass die Hammer besonders werden und nicht einfach „Klotz und Stiel“ sind.
Ich habe mich dazu entschlossen einen Kopf zu formen, der abgerundete Kanten hat und eine abgewinkelte Schlagfläche, damit einfacher mit der gesamten Fläche gehämmert werden kann. Aber die größere Herausforderung war, ein Kopf zu entwerfen den ich 100! mal bauen kann ohne für jeden Kopf Stunden zu brauchen. Ich habe mich dafür entschieden die Köpfe aus 4 Holzteilen zu bauen, die miteinander verleimt werden.

Meine Vorgehensweise die Köpfe aus 4 Teilen zusammen zu leimen hatte den Vorteil, dass ich relativ einfach dann die jeweils 200 großen und kleinen Teile zusägen konnte. Aber was ich unterschätzt hatte war das zusammenleimen an sich… zum einen waren wirklich min. 4 Klemmen notwendig um ein ordentliches Leimergebnis zu erhalten und zum anderen hatte ich einfach viel zu wenig klemmen, da ich es immer so gemacht habe, dass ich abends geleimt habe und über Nacht trocknen lassen habe. Heißt ich habe extrem viel Zeit verloren, da ich maximal 6-10 Leimungen gleichzeitig machen konnte, hinzu kommt noch das ich die Hammerköpfe jeweils zweimal geleimt und somit auch geklemmt habe… heißt allein fürs Leimen habe ich ca. 2 Wochen gebraucht… Hier auch noch mal ein großer Dank an die Fa. Wolfcraft die mir freundlicherweise weitere Klemmen zur Verfügung gestellt hat. Weiter möchte ich auch noch ein Danke an die Fa. Triton Tools richten, die mir freundlicherweise den Spindel und Bandschleifer gestellt haben, mit dem ich die Stiele und Köpfe echt toll formen konnte.

Den Stiel habe ich so entworfen, dass er nicht einfach rund ist, sondern ergonomisch und nicht so einfach aus der Hand rutschen kann. Der Stiel hat somit quasi eine Griffmulde und am Ende des Griffes eine Verbreiterung, um ein aus der Hand rutschen zu vermeiden. Weiter wollte ich vermeiden, dass der Hammerkopf vom Hammerstiel rutsch und somit zum Geschoss werden kann, aus diesem Grund läuft der Teil des Stiels der im Kopf ist konisch zu und ist somit kraftschlüssig und kann auch ohne Verleimung nicht vom Hammerkopf rutschen, aber natürlich habe ich dennoch jeden Stiel und Kopf miteinander verleimt.

Alles weitere seht ihr in meinen Videos, die ich in eine YouTube Playlist zusammengefasst habe.

Ich wünsche euch viel Spaß mit meinem Projekt und freue mich auf euer Feedback!

Wenn es noch Fragen zu diesem Projekt gibt, stehe ich auf den bekannten Kommunikationswegen wie immer gern zur Verfügung!

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Euer Tobi

Tobi

2 Comments

  1. Lieber Tobi,
    das ist eine schöne Idee, denn sicher bastel die Väter nicht mehr nach alter Tradition den Hammer mit ihrem Kind. DAzu gehört eigentlich noch so etwas wie eine selbst gebastelte Trommel…
    Liebe Grüße

    Astrid

    • Moin Astrid,
      viele Kinder laufen ja mit einen Holzlöffel durch die Straßen, aber die Kinder die ich mit einem richtigen Hammer (vielleicht sogar einen von mir) gesehen habe, sahen schon deutlich stolzer aus 🙂
      Danke für deinen Kommentar,
      Liebe Grüße, Tobi

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